Liegt die Zukunft der Landwirtschaft in dialogischen Verfahren?

Die aktuelle Publikation des HIE-RO Instituts gibt Antworten - 01.07.2015

Es wird wieder viel über Landwirtschaft gesprochen. Aber die Art, wie in der Gesellschaft darüber gesprochen wird, hat sich verändert. Die industrialisierte Landwirtschaft wird spätestens seit der BSE-Krise als ökologisches und gesundheitliches Risikofeld thematisiert. Mit der Veränderung gesellschaftlicher Konfliktkonstellationen und Diskurse über die Rolle der Landwirtschaft und dem Wandel der Kommunikationsformen gewinnen dialogische Verfahren an Raum. Sie zielen darauf ab, Entscheidungsprozesse in der Agrarpolitik zu öffnen und nutzen dazu auch die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien.

Ein solcher Prozess, der im Sommer 2012 eröffnete Masterplanprozess „Mensch und Land“ in Mecklenburg-Vorpommern, ist Gegenstand der aktuellen Publikation des HIE-RO Instituts. Die Autoren situieren und reflektieren ihn aus spezifischen fachlichen Perspektiven – der Regionalentwicklung, der Kommunikationswissenschaft und der Agrarsoziologie. In ihren Beiträgen verweisen sie dabei auf unterschiedliche Problemzusammenhänge, wie

  • die in der Region institutionalisierte und in den Partizipationserwartungen der Beteiligten manifestierte Kommunikationspraxis,
  • Effekte gesellschaftlicher Differenzierung und Herausforderungen einer Partizipation „von unten“,
  • den Versuch der Öffnung durch Bürgerbeteiligung in Form eines Online-Forums und
  • die Konsequenzen eines häufigen Wechsels von Kommunikationssituationen und -medien.

 

Diese Problemperspektiven herauszuarbeiten und zu verbinden erwies sich nicht nur in der Begleitung des Prozesses förderlich, sondern liefert einen eigenständigen und frischen Blick auf die Möglichkeiten und Grenzen sowie die Gestaltung dialogischer Verfahren.

 

Zur Publikation:
Ansprechpartner: